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40 Jahre Kreisgruppe 2014

Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen stimmte sich die Festgemeinde auf das darauf folgende Kulturprogramm ein. Die Feierstunde wurde mit einem Marsch des „Alztaler Echo“ und einem imposanten Aufmarsch mit knapp 80 Trachtenträgern eröffnet.

In seiner Festansprache zeigte Vorsitzende Richard Schneider den Weg der Kreisgruppe von der Gründung im Jahre 1974 über die verschiedenen Stationen und Ereignisse bis zum heutigen Tage auf. Als erster Vorsitzender wurde damals Otto Schatz gewählt, der sein Amt 27 Jahre mit großem Einsatz ausübte. Die Kreisgruppe vor allem, das Ehepaar Hermine und Otto Schatz hatte in den Anfangsjahren eine beratende und unterstützende Funktion, bei der Integration der Landsleute. „Hier, das ist das Büro meines Mannes, dort hat er über 8000 Übersetzungen getätigt“, so die Aussage von Hermine Schatz. Zwei Stühle im Flur ihrer privaten Wohnung, deuten heute noch auf den regen Zugang aus dieser Zeit hin. Damit nicht genug. Mit Beginn der 80er Jahre, verschlechterte sich die Lage in Siebenbürgen zunehmend. Spenden und Hilfsgüter im Wert von über 15.000 DM, allein von der Kreisgruppe Traunreut konnten nach Siebenbürgen transportiert werden.

Weil die Perspektiven schlecht und ein persönliches Fortkommen dort unmöglich waren, verließen Anfang der 90er Jahre, viele die alte Heimat und kamen u. a nach Traunreut um hier Wohlstand zu erlangen. Den aus etwa 70 unterschiedlichen Ortschaften stammenden Siebenbürger Sachsen ist eine Wiedervereinigung in der neuen Heimatstadt Traunreut gelungen. „Sie leben die mitgebrachten Traditionen und Bräuche weiter, haben sich ihr Gemeinwesen über Jahrhunderte hinweg bewahrt und dass der Zusammenhalt im gemeinsamen Tanzen und Musizieren weiterlebt konnten der Chor und die Tanzgruppen mit ihren schönen Darbietungen zum Ausdruck bringen“ so ein Zitat aus der Lokalzeitung.

Für Andreas Danzer, stellvertretender Landrat, versteht es die Kreisgruppe hervorragend, „die eigene Identität auszuleben, ohne die Identität anderer in Frage zu stellen“. Gerade im Hinblick auf die aktuelle Situation mit den Flüchtlingen im Landkreis seien diese Erfahrungen von großem Wert, „wir können von Ihnen nur lernen“. Herta Daniel stellvertretende Bundesvorsitzende und Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, lobte in ihrer Ansprache die sehr aktive Kreisgruppe. „Hier werde Brauchtum nicht nur gepflegt, sondern auch gelebt und dies erfreulicherweise vor allem durch die Jugend“. Anerkennungsurkunden für ihr ehrenamtliches Engagement erhielten, Martin Edel, Monika Schwarz, Christian Binder und Werner Schenker. Herta Daniel überreichte die goldene Ehrennadel an Andres Lauer als langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden, der gleichzeitig begeisterter Chorsänger und Tanzgruppenmitglied sei. Diese Anerkennung ist sein Verdienst für zahlreiche Freizeitstunden die er bereits seit 25 Jahren für die Kreisgruppe opfert. Die silberne Ehrennadel erhielt Jürgen Filff, der als Jugendreferent die Jugendarbeit intensiv betreibt und den neuen Chor ins Leben gerufen hat, sowie in der Jugendtanzgruppe mitwirkt. Ebenfalls erhielten die silberne Ehrennadel Udo Albrich und Willi Stürzer für ihren langjährigen Einsatz.

Norbert Klein, der als Vorsitzender von 2002 bis 2014 die Kreisgruppe leitete, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. In seiner 12 jährigen Amtszeit hat er aktiv im Chor mitgewirkt und die Geschicke der Kreisgruppe über eine etwas schwierige Durststrecke hinweg gelenkt. Erst seit 2010 ist ein enormer Zuwachs vor allem bei den jüngeren Mitgliedern zu spüren.

Solch ein Jubiläum bietet die Gelegenheit an die Vergangenheit zu erinnern. So konnten die Gäste im Verlauf des Abends die von Oswald Zerwes liebevoll eingerichtete Ausstellung im Foyer des Hauses bewundern. Zu sehen waren verschiedene Trachten-, und Sammlerstücke welche die Bräuche der Vergangenheit thematisierten. Über eine Leinwand wurden Bilder, der zum Schutz der Wohnstätten errichteten Wehrkirchen und Kirchenburgen gezeigt.

Diese Bilder prägen heute noch die siebenbürgisch-sächsische Landschaft und lassen Kindheitserinnerungen wach werden, schließlich war dort einmal unser Zuhause.

Als weitere Ehrengäste konnte Richard Schneider, Andreas Roth Landesjugendleiter der Landesgruppe Bayern, Volkmar Kraus, Vorsitzender der Kreisgruppe Rosenheim, Hermann Folberth Vorsitzender der Kreisguppe Pfarrkirchen Rottal – Inn, Sepp Harbeck, Vorsitzender des Kreisjugendrings Traunstein, Volkmar Kraus, Vorsitzender der Kreisgruppe Rosenheim, Hermann Folberth, Vorsitzender der Kreisguppe Pfarrkirchen Rottal – Inn , Dieter Graef, Vorsitzender der Urzelnzunft Traunreut, Stefanie Gampert-Straßhofer, Stadträtin der Stadt Traunreut und Referentin für Kultur und Brauchtum. Ein weiteres Highlight war die Tanzdarbietung der Augsburger Gastgruppe unter der Leitung von Ute Bako. Begeistern konnten sie das Publikum nicht nur mit Ihren perfekten Tänzen, sondern sie hatten auch zwei adäquate Geschenke dabei. Ein Brot symbolisch für das Ergebnis einer guten Ernte.

Die Betrachtung „Was wir sähen, das werden wir ernten“ war sehr zutreffend,

euer Rezept werden wir gerne weiterreichen. Vielen Dank dafür. Weiterhin hatten sie ein Grabgesteck zum Gedenken an Grete Lienert-Zultner dabei, welches ihrer Tochter Grete Fredel feierlich überreicht wurde. Im Jahre 1979 wurde der erste Chor von Grete Liener-Zultner gegründet. Ihr Leben und Lebenswerk waren vorwiegend dem Volksgesang und der Liedpflege gewidmet. Um die Zukunft der „Lienertschen Lieder“ müssen wir uns in Traunreut nicht sorgen. Eines ihrer bekanntesten Lieder „De Astern blähn insem äm Gärtchen“ und weitere, werden heute noch, auch vom neuen Chor gesungen. Auf diese Weise können die Lieder weiterleben.

Mit der Feier des 40-jährige Bestehen der Kreisgruppe wurde gleichzeitig auch

35-jähriges Chorbestehen gefeiert. Nach einem Lied des aktuellen Chores, wurde „Kein schöner Land in dieser Zeit“ zusammen mit den ehemaligen Chormitgliedern gesungen. Eine ehrenvolle Aufgabe übernahm Jürgen Filff, der sich im Namen der Kreisgruppe, mit Urkunden für ihre langjährliche Mitwirkung, bei den Chormitgliedern bedankte.

Nach den Tanzauftritten der Erwachsenen- und Jugendtanzgruppen folgte ein

gigantischer Gemeinschaftstanz aller Tanzgruppen. Spätestens jetzt wusste jeder im Saal, daß der Samen der Kreisgruppe Traunreut, fruchtbar war und ist.

Abschließend segnete Pfarrer Stefan Hradetzky die Gemeinschaft und schloß mit seinem Gebet und den Fürbitten den kulturellen Teil der Veranstaltung ab.

In einer der von der Jugend vorgetragen Führbitten hieß es: „ Neben allem, was uns verbindet, machen wir die Erfahrung, dass wir als Menschen ganz unterschiedlich sind, mit eigenen Vorstellungen und Ideen. Wir bitten Dich: Hilf‘ uns, das zu bewahren, was uns verbindet und immer wieder das zu überwinden, was uns trennt. Schenke uns weiterhin Frieden und Zusammenhalt“. Als Zeichen dieser Verbundenheit spendeten die Kulturgruppen ein Fahnenband, welches von den Kindern und Jugendlichen, an der Spitze der Vereinsfahne angebracht wurde.

Mit den Hymnen wurde das Fest abgerundet. In seiner Abschlussrede dankte Richard Schneider allen Mitwirkenden die zum guten Gelingen des Festes beigetragen hatten.

Jürgen Filff, der souverän die Moderation des kulturellen Teiles ausführte, bedankte sich zusammen mit Egon Buortmes im Namen des Vorstandes bei Richard Schneider für die Strapazen, die er beim Organisieren des Festes auf sich nahm und übergab anschließend das Mikrophon an die Band „Rocky 5“ die uns mit ihrem musikalischen Können sehr beeindruckt hat. Danke Jungs für den unvergesslichen Abend. Wir wünschen der ganzen Band auf diesem Wege weiterhin viel Erfolg. Außerdem gilt ein besonderer Dank allen aktiven Helfern und Teilnehmern, die zum sehr guten Gelingen des 40 jährigen Jubiläum beigetragen haben.